Das Recruiting der Zukunft. Oder kurz: E-Recruiting

Oft scheint es so, als könnten sich viele Recruiter nicht von der Vergangenheit lösen oder fürchteten eine Entwertung ihrer Arbeit durch neue Technologie(n). Dabei sollten die technologischen Entwicklungen als Möglichkeit gesehen werden, die unaufhaltsame Digitalisierung und damit das E-Recruiting selbst neu und mit zu gestalten, anstatt sich und seinen Arbeitsalltag von der Technologie gestalten zu lassen.

Bye Bye, Schreibmaschine

Nur weil heute kein Mensch mehr auf Schreibmaschinen schreibt, heißt das nicht, dass die Arbeit, die Jahrzehnte lang auf ihnen verrichtet wurde, weniger wertvoll sei. Auch heute ließen sich viele Arbeiten, die in unserem modernen Zeitalter am Computer erledigt werden, theoretisch auch noch immer mit der Schreibmaschine,E-RecruitingSchreibmaschine anfertigen. Wieso tut das keiner? Richtig – weil es nicht effizient, zu umständlich und zu laut ist, zu viele Ressourcen verbraucht und einfach zu lange dauert. Vor 20 Jahren noch als Teufelskiste verschrien, heute nicht mehr wegzudenken aus Haushalten, den öffentlichen Räumen und besonders der Wirtschaft, leben wir im Zeitalter des Computers oder anders gesagt – der Digitalisierung.

Eine ähnliche Entwicklung kann man dem Recruiting nur wünschen. „Post and pray“ (eine Stellenanzeige veröffentlichen, eine unbestimmte Zeit warten und sich dann den subjektiv überzeugendsten Kandidaten rauspicken) war jahrzehntelang die gängigste Methode, die Zeitungsannonce war das einzige wirkliche Tool der Personalbeschaffung. Das hat auch immer gut funktioniert, man erinnere sich an mit Bewerbungsmappen überschwemmte Schreibtische und nicht enden wollende Kandidatenfluten. Heute sieht das jedoch anders aus: Demographischer Wandel und Fachkräftemangel lassen grüßen.

E-Recruiting ist nicht gleich E-Recruiting

Der ein oder andere Recruiter lässt sich durch solche äußeren Faktoren jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Unbeirrt hackt er weiter sinnbildlich auf seiner Schreibmaschine herum. Sie braucht Strom, also ist das doch digitales Arbeiten, oder? Nur weil man seine Stellenanzeigen nicht mehr ausschließlich in Zeitungen sondern auch im Internet veröffentlicht und dann wieder das „Post and pray“-Spielchen spielt, kann von E-Recruiting nicht die Rede sein. Zwar funktioniert das Prinzip in Einzelfällen noch, doch die Frage ist: Wie lange? Denn nicht nur steigt die Erwartungshaltung der potenziellen Kandidaten, was den modernen Recruitingprozess angeht, auch gilt es zu verstehen, dass es für den heutigen Arbeitsmarkt bereits andere Wege gibt, effizienter und wirklich digital unterstützt zu recruitieren.

Analoge vs. digitale Bewerbung

Der tabellarische Lebenslauf, das individuelle Anschreiben und die kreative Bewerbungsmappe – wir alle kennen diese traditionellen Komponenten einer Bewerbung, doch sie könnten und sollten längst Reliquien aus vergangenen Zeiten sein. Unzählige unterschiedliche Bewerbungen, in unterschiedlichen Formaten und unterschiedlichen Schriften, keine Möglichkeit zur Objektivität oder eines fachorientierten Vergleichs. Von der Zeit, die allein die Durchsicht in Anspruch nimmt, mal ganz zu schweigen.

Vom Papier – ins Internet – aufs Smartphone

Dabei gibt es heute schon Online-Portale wie Xing und LinkedIn, bei denen eine einheitliche Darstellung der beruflichen Qualifikationen auf dem eigenen Profil, den Lebenslauf ersetzt und im weiteren Verlauf eine unkomplizierte One-Klick-Bewerbung, sogar über das Smartphone möglich macht.

Eine Nummer unter vielen?

Die Angst, sich umso mehr vom Menschen zu entfernen, je weiter man sich von der analogen, manuellen und individuellen Bewerbung entferne, geht umher. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: E-Recruiting bietet die Möglichkeit, nicht mehr nur eine Momentaufnahme oder ein schönes Deckblatt in Augenschein zu nehmen und zu bewerten. An Social Media angelegten Online-Profilen, die quasi immer einen aktuellen Lebenslauf, Wissens- und Interessenstand abbilden und Algorithmen, die Verhalten und sogar Stimmungen von Usern aufzeigen können, setzt sich der Recruiter der Zukunft noch intensiver mit dem einzelnen Menschen auseinander. Dies eröffnet gerade im Feld der passiven Bewerber eine Vielzahl neuer Ansatzpunkte.

Recruiting = Produktmanagement

Wir leben im Zeitalter der schnellen und immer schneller werdenden Kommunikation und Informationen. Waren Medien vor ein paar Jahrzehnten zeitlich sowie räumlich begrenzt, bietet uns das Internet (und zusätzlich das Smartphone) heute die Möglichkeit, jederzeit und unbegrenzt Informationen bereitzustellen, abzurufen und zu verarbeiten. Kandidaten sind offensichtlich bereit, diese Möglichkeit voll auszuschöpfen, eine Vielzahl von Informationen oder/und Daten über sich preiszugeben und unkompliziert in direkte Kommunikation mit potentiellen Arbeitgebern zu treten.

Dafür erwarten sie allerdings eine ähnliche Bereitschaft von Unternehmen zu mehr Transparenz. Sie wollen mehr über Ihren potentiell zukünftigen Arbeitgeber wissen als nur den Unternehmensstandort. Immer dieselben alten Floskeln in den Stellenanzeigen reichen da längst nicht mehr aus. Für wen werde ich arbeiten, welche Ideale vertritt diese Firma und wofür steht sie ein? Welche Erfahrungen haben andere mit dem Unternehmen X gemacht und wie ist und war der Umgang mit seinen Angestellten? Das sind die Fragen, die den Kandidaten von morgen beschäftigen. Die Fragen, die der Recruiter von morgen beantworten können muss! E-Recruiting heißt also auch vermehrt, die eigene Firma und den potentiellen Arbeitsplatz als wertvolles Produkt wahrzunehmen und als solches zu vermarkten – und das ist ohne die Nutzung moderner Technologien nicht möglich.

Hijob hat sich diese Recruitings-Trends zu Herzen genommen! Hier erhalten Sie einen Überblick über unsere Plattform zum digital unterstützten Recruitieren. Sie möchten mehr über Hijob erfahren, dann melden Sie sich hier zu einem kostenlosen Webinar an oder nehmen hier direkt Kontakt zu uns auf.

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