Mobile Recruiting: Fehlanzeige statt moderner Stellenanzeige

Die mobile Internetnutzung ist längst zum festen Bestandteil unseres alltäglichen Lebens geworden. Wenn wir via Smartphone und Tablet shoppen gehen, Kinokarten reservieren oder den nächsten Urlaub buchen können, wieso sollte sich nicht auch ein neuer Job online ergattern lassen? Die digitale Jobsuche ist jedenfalls bereits seit geraumer Zeit Usus. Und das eben nicht ausschließlich am stationären Computer, sondern immer öfter mithilfe mobiler Endgeräte. Im Oktober 2016 wuinternet_usage_2009_2016_wwrden Webseiten weltweit sogar häufiger mit tragbaren Kommunikationsgeräten aufgerufen als per Desktop. Auf der Suche nach interessanten Stellenangeboten greifen ganze 77 Prozent der potentiellen Bewerber zum Smartphone. Aber lediglich 5 Prozent von ihnen haben sich tatsächlich schon einmal online beworben. Die Devise „Mobile First“ hat also durchaus ihre Berechtigung, erfährt aber im heutigen Personalmarketing immer noch keine zeitgemäße Umsetzung.

Mobile Recruiting: Was ist das?

Im Bereich der Personalbeschaffung hat sich in den letzten Jahren ein grundlegender Wandel vollzogen. Die Printanzeige hat ausgedient. Die vormals als unseriös verschriene E-Mail-Bewerbung ist heute gang und gäbe. Doch auch sie wird den Ansprüchen der sogenannten Digital Natives und anderer Mobilnutzer immer seltener gerecht.
Aus der beinahe selbstverständlichen Inanspruchnahme mobil-optimierter Angebote in allen möglichen Bereichen des Alltags erwächst eine Erwartungshaltung: Wieso sollten wir bei Bewerbungsprozessen auf den Komfort von One-Click-Lösungen verzichten? Wieso wird es uns zugemutet, uns durch komplizierte Bewerbungsformulare zu wühlen, die wir letztendlich nur am heimischen PC ausfüllen können? Wieso sollten wir unnötige, zeitraubende Umwege durch Medienbrüche in Kauf nehmen? stencil.default(5)
So entwickelte sich die technikgestützte Form der Personalbeschaffung, bei der die Ansprache der Bewerber über mobile Geräte erfolgt.
Für Unternehmen gilt es, ihren Kandidaten einen möglichst schnellen Bewerbungsprozess zu bieten und sie mittels moderner Online-Technologien dort abzuholen, wo sie sich online vorwiegend bewegen – auf ihren Mobilgeräten. Mobile Recruiting kann ein nützliches Werkzeug sein, um geeignete Kandidaten auf sich als Unternehmen aufmerksam zu machen und sich als fortschrittlicher Arbeitgeber zu präsentieren.

Moderne Prozesse sind kein Hype. Sie sind nicht nur wünschenswert, sondern zwingend notwendig, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Ziel des Mobile Recruiting ist es, dem Kandidaten den gesamten Bewerbungsprozess – von der Stellenanzeige, über notwendige Informationen zu rekrutierenden Unternehmen, bis hin zum Verschicken der Unterlagen – unkompliziert und angenehm per Mobilgerät zu ermöglichen.

Unternehmen hinken den Bedürfnissen ihrer Kandidaten weit hinterher

Obwohl das Thema Mobile Recruiting bereits seit geraumer Zeit in aller Munde ist, sieht die Realität in den Personalabteilungen oftmals noch ganz anders aus. Viele Unternehmen scheuen die technische Anpassung der eigenen Karriereseiten nach wie vor, da diese wertvolle Zeit und Ressourcen in Anspruch nimmt.
Eine aktuelle Studie belegt, dass gerade einmal 44 Prozent der großen Personaldienstleister über eine für Mobilgeräte optimierte Karriereseite verfügen. Darüber hinaus warten mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Unternehmen mit altertümlichen Bewerbungsformularen auf, die per Smartphone oder Tablet nicht angemessen zu nutzen sind. Demgegenüber steht eine repräsentative Umfrage, welche besagt, dass jeder Dritte Bewerber eine One-Click-Bewerbung über seine Profile in den Business-Netzwerken Xing und LinkedIn mehr als begrüßen würde.

Vorteile des Mobile Recruiting für Unternehmen

Unternehmen agieren also an ihren Kandidaten vorbei, wenn sie deren Bedürfnisse nicht ernstnehmen und mobiles Recruiting weiterhin verweigern. Dabei hält das Mobile Recruiting auch für Arbeitgeber zahlreiche Vorteile bereit: Die Reichweite des Unternehmens vervielfacht sich. So werden mehr potentielle Bewerber angesprochen und die Auswahl aus qualifizierten Kandidaten steigt durch die höhere Anzahl der eingehenden Bewerbungen. stencil.default(4)
Jobs müssen aufgrund des demografischen Wandels und des daraus resultierenden Fachkräftemangels ebenso an den Endkunden (also den Bewerber) vermarktet werden wie alle anderen Produkte auch. Mobile Recruiting bietet Unternehmen die Möglichkeit, (auch im Hinblick auf das Employer Branding) aus der Masse der konkurrierenden Arbeitgeber als besonders kompetent und innovativ herauszustechen.
Hinzu kommt die Schnelligkeit der Kommunikation. Durch die kurze Bewerbungszeit lassen sich auch für kurzfristig zu besetzende Stellen qualifizierte Interessenten anwerben. Darüber hinaus minimiert sich der Verwaltungsaufwand in der Personalabteilung. Effizienz lässt grüßen.

Dringender Handlungsbedarf bei der technikgestützten Personalbeschaffung

Leider lassen viele Unternehmen die vielfältigen Chancen, die das Mobile Recruiting bietet, ungenutzt. Dabei ist Mobile Recruiting auf langfristige Sicht unverzichtbar. Es ist nichts anderes als die folgerichtige Anpassung an die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre und das veränderte Mediennutzungsverhalten der Menschen – sprich ihrer zukünftigen Mitarbeiter.
Es ist an der Zeit, die richtigen Instrumente und Kanäle auszuwählen, um passende Kandidaten bestmöglich anzusprechen. Es führt kein Weg daran vorbei, die Nutzungsgewohnheiten der potentiellen Bewerber kennenzulernen und entsprechende, moderne Recruiting-Maßnahmen zu ergreifen.

Quellen:

Mobile Recruiting Studie 2016: Personaldienstleister


http://www.mynewsdesk.com/de/jobstairs/pressreleases/umfrage-bewerber-4-punkt-0-so-denken-bewerber-1511202

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